Altersstrategie
Die Rechte älterer Menschen sind durch Diskriminierungsverbote in der Verfassung, die Europäische Menschenrechtekonvention (EMRK) sowie UNO-Abkommen geschützt. Ein eigenes internationales Übereinkommen fehlt noch. Der UNO-Menschenrechtsrat hat 2025 eine Resolution angenommen, mit der eine zwischenstaatliche Arbeitsgruppe eingesetzt wird, um ab 2026 ein rechtlich bindendes, internationales Instrument zum Schutz der Rechte älterer Menschen zu erarbeiten. In einem breit abgestützten Beteiligungsprozess erarbeitete und verabschiedete die Regierung 2024 erstmals eine Altersstrategie als Grundlage für eine nachhaltige und menschenrechtsbasierte Alterspolitik.
Durch die Fokussierung auf selbstbestimmtes Altern, gesellschaftliche Teilhabe, barrierefreies Wohnen und Pflege sowie umfassende Beratung und Integration stärkt die Altersstrategie die Rechte und den Schutz älterer Menschen und verankert deren Würde, Autonomie und Teilhabe als zentrale Anliegen der Sozialpolitik.
Das Jahr 2025 stand im Zeichen der Umsetzung dieser Strategie. Das Regierungsprogramm 2025–2029 nennt die Stabilisierung der Altersvorsorge, der Pflegefinanzierung und der Kosten im Gesundheitswesen als konkrete Ziele. Die Regierung veröffentlichte im April 2025 den ersten Monitoringbericht zur Umsetzung der Altersstrategie.
Von zehn prioritären Massnahmen wurden drei bereits abgeschlossen: Die Evaluation des Betreuung- und Pflegegelds, die Umsetzung von Massnahmen gegen Fachkräftemangel in der Pflege sowie eine Abklärung zur Einrichtung einer Koordinationsstelle für Altersfragen bei der Landesverwaltung mit dem Ergebnis, dass die Schaffung einer solchen Stelle angestrebt werden soll. Dafür ist beim Amt für Soziale Dienste für das Jahre 2025 eine 50-Prozent-Stelle vorgesehen worden. Zudem wurde ein Auftrag erteilt, die Demenzstrategie aus dem Jahr 2012 an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Von den Liechtensteiner Gemeinden bieten bereits neun eine Anlaufstelle bzw. Koordination für ältere Menschen an.
Bei der Umsetzung der Altersstrategie besonders auf die Herausforderungen von gefährdeten Gruppen, wie älteren Personen mit Migrationshintergrund, achten. Ausserdem ausreichend finanzielle Ressourcen zur Umsetzung bereitstellen.
