Vorwort
Liebe Mitglieder,
liebe Unterstützerinnen und Unterstützer
Menschenrechte sind weltweit unter Druck. Bei der Eröffnung des Menschenrechtsrates in Genf im Frühling 2026 warnte UNO-Generalsekretär António Guterres davor, dass Rechtsstaatlichkeit zunehmend von Gewaltherrschaft verdrängt wird. Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, beschreibt die Lage als einen der intensivsten Kämpfe um Macht, Kontrolle und Ressourcen seit dem Zweiten Weltkrieg. „Auf der Weltbühne findet ein erbitterter Wettbewerb statt, wie ihn die letzten 80 Jahre nicht kannten“, sagt er. Gleichzeitig arbeitet das UNO-System für Menschenrechte im „Überlebensmodus“: Kürzungen bei der Finanzierung, Angriffe auf Expertinnen und Experten sowie der Rückzug grosser Geberstaaten schwächen die Arbeit, während die humanitären Bedürfnisse steigen.
Auch wenn wir im Verein für Menschenrechte diese Bedrohung noch nicht direkt in unserer Arbeit spüren, machen wir uns grosse Sorgen um die vulnerablen Menschen auch bei uns. Wir beobachten, dass staatliche und private Mittel für soziale Anliegen schrumpfen und Eigeninteressen wieder stärker in den Vordergrund rücken. Wir alle sind dafür verantwortlich, dass die Anliegen der verletzlichen Gruppen gehört werden und ihren Rechten Nachdruck verliehen wird. Die Menschenrechte garantieren den Schutz der Schwächeren. Das ist besonders wichtig in Zeiten, in denen die Rechte der Mächtigeren zunehmen und die Macht des Rechts bedroht wird.
Menschenrechte beginnen im Alltag. Sie können nur Bestand haben, wenn wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Dafür setzen wir uns ein – sachlich, unabhängig und mit Ausdauer. Helfen Sie mit und unterstützen Sie die Menschenrechte durch Ihr persönliches Engagement und durch Ihren Rückhalt für alle, die sich für sie einsetzen.
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre!

Wilfried Marxer, Präsident
